Hotel Cavallestro | Events | Pferdepension

Viel Bewegung im Richthofen Circle

Im Oktober öffnet Wallach-Pferdestall ohne Gitterboxen, im Januar 2015 Steakhaus mit saisonalen Gerichten

Das 2013 eröffnete Hotel ist bestens gebucht, der Wohnpark komplett vermietet, die Reitanlage verpachtet – was Manfred Maier im Richthofen Circle seit der ersten Besichtigung im März 2010 auf die Beine gestellt hat, kann sich sehen lassen. Der Projektentwickler lebt mit seiner Familie auf dem Areal: Seine Frau Andrea, die aus Albertshofen stammt, hat die Hausverwaltung übernommen und ist verantwortlich für die GmbH, zu der Hotel, Reitanlage und Sporthalle gehören.

Unterdessen sind Manfred Maier und Udo Riedelsberger mit ihrer in Würzburg ansässigen „Maiberg Wohnbau GmbH“ weiter dabei, ehemalige Kasernen in zivile Projekte umzuwandeln. In Nürnberg, Fürth, Würzburg (Mönchberg) und zuletzt Hanau (Lehrhöfer Park) wurden hochwertige Häuser und Wohnungen geschaffen, das Geschäft floriert – auch an den Marshall Heights in Kitzingen gibt es Interesse.

„Die Mieter freuen sich schon auf die niedrigeren Nebenkosten.“
Manfred Maier zur Sanierung von Gebäude 300

Im Richthofen Circle, wo dank der eingebauten Solaranlage und Blockheizkraftwerk mehr Energie erzeugt als verbraucht wird, will Maier weiter investieren. Vorhaben Nummer eins betrifft Gebäude 300, ein Mehrfamilienhaus mit zwölf großen Wohnungen. Die Bausubstanz ist gut, alle Wohnungen sind vermietet. Momentan werden die Fenster ausgewechselt, die Wärmedämmung erneuert.

Doch für den wichtigsten Schritt der Sanierung fehlt noch grünes Licht von der Stadt Kitzingen: Anstelle des Daches sollen Kuben auf den Baukörper gesetzt werden, die teilweise schräg versetzt und farblich betont dem Haus eine markante, zeitgemäße Note geben. Gleichzeitig entstehen dadurch sechs weitere, hochwertige Wohnungen, teilweise sogar mit Dachterrasse. Zur Sanierung gehören auch vorgeständerte Metallbalkone und eine helle Fassade – es ist erstaunlich, was sich aus so einem Null-acht-fünfzehn Zweckbau machen lässt. „Und die Mieter freuen sich schon auf die niedrigeren Nebenkosten“, so Maier.

Zweites Großprojekt: Der barrierefreie Ausbau des Hotels Cavallestro inklusive 13 neuer Zimmer im Dach. Dazu soll links neben dem Eingang ein Außenaufzug an das ehemalige Offizierskasino gebaut werden. Der Lift soll bis in den zweiten Stock führen – ins bisher ungenutzte Dach – wo anstelle der kleinen Fenster mit Gauben Licht in die Zimmer gebracht werden soll.

„Sogar für die Fledermäuse, die im Dach wohnen, haben wir zusammen mit dem Beauftragten der Stadt eine Lösung gefunden“, erzählt Maier zum Stand der Planungen. Die nachtaktiven Tiere würden sozusagen im dritten Stock unter dem Dachgiebel unterkommen.

„Das Gebäude ist als Tagungshotel geplant. Und dazu ist die größere Zimmerkapazität nötig“, erläutert Maier. Er ist froh, dass Veranstaltungen wie „Dinner & Dance“, aber auch Familienfeiern und Tagungen auf positive Resonanz bei den Gästen stoßen. „Und alle schwärmen vom großen Biergarten.“

Was noch fehlt, sei ein gutes Gastronomie-Angebot. Bis jetzt – denn im neuen Jahr werden die große Küche, die Bar und weitere Räume an einen Gastronomen verpachtet. Wer das ist, wer künftig vor allem Steaks in allen Variationen anbieten wird und dazu saisonale, fränkische Gerichte, will Maier noch nicht verraten. „Es fehlt noch die Unterschrift, außerdem ist unser neuer Partner noch anderswo aktiv.“

Damit nicht genug: Ein weiteres großes Vorhaben wird gerade in die Tat umgesetzt, das Pferdeliebhaber interessieren dürfte: Im Reitstall werden die kleinen Einzelboxen gerade abgebaut, ab Oktober sollen sich bis zu 15 Wallache in der umgebauten Anlage weitgehend frei bewegen können. „Zusammen mit Stuten ginge das nicht“, erläutert Maier. Und auch jeder Wallach müsse behutsam an die neue Situation gewöhnt werden. „Es ist davon auszugehen, dass nicht jeder Wallach für diese Art des Zusammenlebens geeignet ist“.

Der 47-Jährige ist froh, mit Bettina Dauber eine Pächterin gefunden zu haben, die konsequent auf ein pferdefreundliches Konzept setzt. Die Pferdekoppeln sind weitläufig, und selbst im Innenbereich des Aktivstalls gibt es allein rund 6 500 Quadratmeter Auslauffläche. Zur Bewegungsfreiheit kommt das ausgeklügelte Futterkonzept: Die Rationen werden über den ganzen Tag verteilt, Menge und Häufigkeit per Computer gesteuert.

Maier hat nichts von seiner Begeisterung für das Areal eingebüßt, in dem bis 2006 Offiziere der US-Army gewohnt haben. „Es ist sehr ruhig, mit viel Grün und alten Bäumen, und trotzdem stadtnah.“ Dass nebenan im Corlette Circle demnächst voraussichtlich 150 Asylbewerber einziehen, stört den Familienvater nicht. Eher ist er ein wenig erstaunt, wie flott sich Dinge regeln lassen, wenn der Auftraggeber wie im Fall der Asylbewerber die Regierung von Unterfranken ist. „Ich würde mir schon wünschen, dass manches schneller voran geht.“

Maier will investieren, hat eine zupackende Art. Durch seine berufliche Tätigkeit hat er gute Vergleichsmöglichkeiten. „Das Projekt in Hanau haben wir 2013 begonnen. Und planungsrechtlich sind wir dort schon weiter als im Richthofen Circle.“

Quelle: Mainpost, Autor Norbert Hohler